Sans-papiers oder Illegalisierte Menschen sind Personen die in einem Land ohne eine gültige Aufenthaltsbewilligung leben. Sans-papiers bedeutet aber nicht zwingend, dass diese Menschen keinen Pass ihres Herkunftslandes haben.
Es gibt verschiedene Gruppen von Sans-papiers. Einerseits sind es Menschen, die in die Schweiz gekommen sind, um hier zu arbeiten. Weil sie nicht aus einem EU Land stammen, haben sie kaum eine Möglichkeit, eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Andererseits gibt es Flüchtlinge mit einem abgelehnten Asylgesuch oder einem Nichteintretensentscheid (NEE), welche in der Schweiz bleiben, weil sie keine andere Lebensperspektive haben oder weil sie bereits seit vielen Jahren hier sind und ihre Kinder hier in die Schule gehen.
Solidarité sans frontières hat in drei Dossiers die Situation der Sans-Papiers in der Schweiz und die Geschichte der Sans-Papiers-Bewegung 1997 bis 2007 aufgearbeitet. Für SchülerInnen und LehrerInnen, welche das Thema Sans-Papiers behandeln möchten, haben wir einen Mustervortrag ausgearbeitet, der per Mail bestellt werden kann.
Obwohl Sans-papiers keine Aufenthaltsbewilligung haben, sind sie nicht rechtlos.
Das Recht auf Schulbesuch gilt für alle Kinder, unabhängig von ihrem Status. Sans-papiers haben das Recht, eine Krankenversicherung abzuschliessen und medizinische Behandlung zu erhalten, ohne dass sie der Polizei gemeldet werden. Arbeitsrechtlich haben sie Anrecht auf den orts- und branchenüblichen Lohn, auf bezahlte Ferien, und unterstehen den normalen Kündigungsbedingungen. Sie haben das Recht, bei AHV, IV, ALV und Unfallversicherung angemeldet zu werden, ohne dass ihre Daten der Polizei übermittelt werden. Eine Broschüre der Gewerkschaft UNIA erklärt diese Rechte und ist in verschiedenen Sprachen erhältlich. Sans-papiers leben nicht zum Vergnügen hier in prekären Bedingungen. Sie sind die Opfer einer eurozentrischen Migrationspolitik und einer immer restriktiveren Asylpolitik.
Um ohne grossen Aufwand den direkten Zugang zu aktuellen Informationen im Bereich "Sans-Papiers" bieten zu können, unterhält Solidarité sans frontières seit Mai 2008 eine öffentlich zugängliche Sammlung von Internet-Adressen. Die 50 aktuellsten auf dem Dienst del.icio.us zusammengestellten Bookmarks sind auch hier zugänglich. Alle unsere Links auch zu anderen Themen können Sie abrufen unter http://del.icio.us/sosf.ch/